D&D Storytime

Die geheimnisvolle Höhle

DnD Storytime ist eine Idee, die ich erst kürzlich hatte. Ich nehme mir einen Hook für einen Sidequest vor und schreibe daraus eine Geschichte. Dabei würfle ich bei jeder Entscheidung die ein Charakter trifft, aus, ob und wie die Handlung eintritt oder funktioniert. Wie DnD halt, einfach alleine und auf einem Blatt Papier. (Und mit den leeren Würfen, ich mache kein Charakterblatt für jede Geschichte.) Um die Sache zu vereinfachen gelingt eine Tat wenn der Wurf oberhalb einer 10 liegt. Darunter gelingt er nicht. Wie gut das ganze funktioniert entscheide ich anhand der Höhe / Tiefe des Wurfs spontan.

Hook: Direkt ausserhalb eines kleinen Dorfes liegt eine legendäre Höhle. Helden gehen hinein, aber nur Monster kommen heraus.

Ich stehe vor der Höhle und blicke skeptisch hinein. Das ich jetzt hier stehe, habeich einer Wette zu verdanken und ich verfluche nicht zum ersten Mal mein losesMundwerk. Die Aufgabe ist leicht. Reinschleichen, umsehen, etwas mitgehenlassen, das beweist, dass ich drin war, umkehren.
Einmal noch atme ich tief durch. Dann schleiche ich los (Heimlichkeitswurf 15). Lautlos bewegen sich meine Füsse über den steinernen Untergrund der Höhle. Der Stock mit dem ich mich bewaffnet habe, liegt beruhigend in meiner Hand. Je tiefer ich in die Höhle hineingehe, desto schlechter wird meine Sicht. Mit zusammengekniffenen Augen versuche ich, etwas zu erkennen, ohne dass ich eine Kerze anzünden und Licht machen muss. (Wahrnehmung 6)
Ich wische mir über die Augen. Das Einzige was geschieht, ist, dass ich jetzt auch noch alles verschwommen sehe. Ich blinzle. Habe ich etwas im Auge? Ohne Licht kann ich auf jeden Fall nicht weitergehen. Aber es würde viel gefährlicher sein, damit unentdeckt zu bleiben.


Leise nehme ich eine Kerze aus dem Rucksack und mache sie an. Dass ich dafür meine behelfsmässige Waffe im Rucksack verschwinden lasse, behagt mir nicht. Mit meiner Hand schirme ich die Flamme ab. Man musste nicht gleich „Ich bin hier“ schreien. Das flackernde Licht zeigt mir die grob behauenen Felsen der Höhle und lässt unheimliche Schatten über die Wände tanzen. Okay weiter geht’s. (Heimlichkeit 19)


Ich halte mich nahe an der Höhlenwand und versuche jede Deckung auszunutzen. Niemand sollte mich oder mein kleines Kerzenlicht bemerken. Ich weiss schliesslich nicht genau, was mich hier drin erwartet. Im Dorf erzählen sie sich, dass immer nur Monster die Höhle verlassen. Ich glaube nicht daran, denn ich habe noch nie ein Monster gesehen. Aber man weiss ja nie. Unnötige Risiken einzugehen, ist nicht mein Ding. Noch einmal verfluche ich meine eigene Blödheit, mich auf diese Wette einzulassen.


(Wahrnehmung 5) In der Höhle ist es totenstill. Schon ein bisschen unheimlich. Aber ich erkenne, dass sich vor mir die Höhle ausweitet und von einem Korridorin in einen offenen Raum übergeht. Ich grinse. Von wegen Monster. Los geht’s! Ich gehe zügig durch den restlichen Korridor und streiche etwas klebriges aus meinem Haar.

Der offene Raum ist grösser, als ich gedacht hätte und mitten im Raum stehteine Truhe. Jackpot! Da drin finde ich sicher etwas, dass ich mit hinausnehmenkann.

Ich gehe darauf zu, stelle die Kerze daneben auf den Boden und versuche sie zu öffnen. (Stärke 18) Der Deckel ist schwerer als gedacht. Ich knurre und strenge mich mehr an. Der Deckel (Heimlichkeit 4) klappt mit einem lauten Getöse nach hinten. Ich erstarre und blicke gehetzt um mich. Bewegt sich da etwas in den Schatten?
Als nichts geschieht blicke ich in die Truhe hinein. Meine Augen werden gross. Sie ist randvoll mit Gold. Ich greife hinein und lasse die schweren Münzen durch meine Finger rinnen. Ich sollte mehr als nur eine davon mitnehmen. Wenn ich schon mal hier bin, sollte ich das ausnutzen. Schnell stopfe ich mir mehrere Hände voller Münzen in meine Tasche.


Dann höre ich erneut ein Geräusch. (Geschicklichkeit 14) Instinktiv rolle ich aus dem Weg. Gerade rechtzeitig, denn ein Spritzer von etwas (Naturkunde 11), -Gift? – , platscht dort auf den Boden, wo ich Sekunden vorher noch gestanden habe. Ich wirble herum und sehe mich der grössten Spinne gegenüber, die ich je zu Gesicht bekommen habe.
(Intelligenz 2) Die Spinne klapperte mit zwei grossen Zangen vor ihrem Mund und ihre langen Beine bewegen sich schnell auf mich zu. Das flackernde Licht der Kerze wirft schreckliche grosse Schatten an die Wände, noch grösser, als die Spinne selbst.
Ich bekomme es mit der Angst zu tun.


Ich versuche meinen Stock mit einer fliessenden Bewegung aus dem Rucksack zu ziehen und ihn dem Viech entgegenzuhalten. (Geschicklichkeit 7) Er verheddert sich und anstatt, dass ich meine Waffe in den Hände halte, lasse ich in meiner Hektik den Rucksack fallen, der seinerseits meine einzige Kerze umstösst.


Schlagartig ist es stockdunkel. Tastend versuche ich den Weg zurück aus der Höhle zu finden und dabei so wenig Geräusche wie möglich zu verursachen. (Überlebenskunst 17 / Heimlichkeit 1) Ich weiss genau in welche Richtung ich mich bewegen muss. Vertrauensvoll und wissend, dass ich unglaublich leise bin, bewege ich mich zügig auf
den Ausgang zu. Da streift etwas klebriges meine Hand. Ich stosse einen spitzen Schrei aus und schlage mir gleich darauf die Hand vor den Mund. Das wars mit meiner Heimlichkeit.


Schon höre ich das ganz und gar unerfreuliche Geräusch der langen Spinnenbeine, die sich schnell auf mich zu bewegen. Um sie zu verwirren und abzulenken werfe ich die Goldmünzen in die Richtung, in der ich sie vermute (Nachteil, Geschicklichkeit 1). Die Münze spickt direkt vor mir in eine Wand. Durch die Wucht, mit der ich sie geworfen hatte, knallt sie mir mit aller Kraft gegen die Stirn.
Ich fluche. (GeschicklichkeitRW 10) und springe im Buchstäblich letzten Moment aus dem Weg, als die Spinne auf mich zu springt. Die Zangen nur Zentimeter vor meinem Gesicht. Noch einmal versuche ich ihr eine Goldmünze an den Kopf zu werfen (Geschicklichkeit 19). Ich höre ein knackendes Geräusch, als meine Münze auf etwas Festes trifft.


„Komm nicht näher! Oder du frisst noch mehr davon!“, rufe ich in die Dunkelheit .(Einschüchterung 11) Dann höre ich, wie sich das Geräusch der krabbelnden Spinnenbeine von mir entfernt. Ich atme erleichtert auf und spüre erst jetzt, wie fest mein Herz in meiner Brust klopft.
Ohne mich noch einmal umzusehen, mache ich, dass ich aus der Höhle rauskomme. Wenigstens habe ich noch ein paar Münzen, um zu beweisen, dass ich wirklich hier war.

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